Versicherungen für den Hausbau

Eine Sorge bevor man sich auf große Projekte wie den Hausbau und damit auch auf Kredite einlässt, sind natürlich immer wieder Szenarien wie "Was passiert wenn einer der Partner krank wird oder stirbt? Was passiert dann mit dem Haus ?" oder "Was passiert wenn es brennt, wer zahl dann den Schaden ?". Nicht das sich irgendjemand gern mit solchen Szenarien beschäftigt. Wer aber verantwortungsbewusst seiner Familie gegenüber handeln möchte, beschäftigt sich auch mit solchen Themen und sichert sich selbst und die Familie so gut es geht dagegen ab. Aber auch Schäden am Bauobjekt oder der Unfall eines Bauhelfers können, neben den möglicherweise erheblichen menschlichen Folgen, große finanzielle Lücken reißen und so das gesamte Projekt gefährden. Daher sollte man sich auch hier vorher gut über Möglichkeiten und Kosten der Absicherung gegen solche Risiken informieren. Dabei gilt immer "im Einzelfall entscheiden". Allgemeingültige Regeln was man abschließen muss, gibt es nicht.

Darlehensabsicherung

Hat man ein größeres Darlehen aufgenommen, können aus vielen Richtungen Probleme auf die Bauherren/-frauen zukommen. Dabei gilt es über eine Absicherung gegen den Tod des Partners, aber auch gegen eine Berufsunfähigkeit oder Arbeitslosigkeit abzusichern. Natürlich gibt es auch noch ganz andere Risiken, aber die genannten 3 Risiken sollten wohl die wichtigsten Risiken sein.

Lebensversicherung
Die Absicherung für den schlimmsten aller Fälle ist für viele ein "Muss". Die Höhe der Lebensversicherung (Versicherungssumme bzw. Todesfallsumme) richtet sich dabei nach der Höhe des Kredites und sollte über die Laufzeit auch immer wieder angepasst werden. Meistens genügt hier auch eine deutlich preiswertere Risikolebensversicherung abzuschließen, die ausschließlich das Risiko abdeckt. Damit sichert man dann den jeweils überlebenden Partner zumindest dagegen ab, nach dem Verlust des Partners auch noch das Haus zu verlieren, weil er die Baufinanzierungsraten nicht mehr bezahlen kann.
Berufsunfähigkeitsversicherung (BU)
Auch das ist eine wichtige Absicherung, wenn man ein solches Projekt angeht. Ein Haus wird wohl von den allermeisten Menschen in Deutschland über einen Kredit finanziert, der über einen relativ langen Zeitraum abgezahlt werden muss. Wird man dann später berufsunfähig, kann man schnell in die Situation kommen, dass man die Raten von der sicher nicht üppigen BU-Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung nicht mehr zahlen kann. Daher sollte man, gerade wenn man über einen Kredit sein Haus finanziert dafür sorgen, dass man auch im Fall von Berufsunfähigkeit seinen Kredit weiter bezahlen kann und nicht "das Dach über dem Kopf" verliert.

Absicherung des Bauobjektes

Zusätzlich ist es aber sehr ratsam, spezielle Versicherungen abzuschließen die den Bauherren auch während der Bauphase vor extremen Situationen schützt.

Bauherrenhaftpflicht
Diese Versicherung ist immer dann nötig, wenn durch das Bauvorhaben Dritte geschädigt werden. Auch wenn eine Baufirma beauftragt wurde, kann es zu Ansprüchen gegenüber dem Bauherren kommen. Eine Bauherrenhaftpflichtversicherung haftet dann für Personen- und Sachschäden sowie für Vermögensschäden (auf die Versicherungssummen achten).
Bauleistungsversicherung
Die Bauleistungsversicherung ist quasi etwas wie die "Vollkaskoversicherung" für das Bauwerk während der Bauzeit. Sie zahlt immer dann, wenn Schäden am Bauwerk durch höhere Gewalt (Sturm, Hagel, etc.), Ausführungsfehler sowie Diebstahl fest eingebauter Bauteile entstehen. Viele Versicherungen bieten die Bauleistungsversicherung auch gratis an, wenn man dort auch eine Gebäudeversicherung abschließt, die man später ja ohnehin benötigt.

Es gibt auch noch weitere Versicherungen, wie z.B. Bauhelferversicherung und Baufertigstellungsversicherung (zahlt z.B. für Mehrkosten für die Fertigstellung bei Konkurs der Baufirma) die von Fall zu Fall sinnvoll sein können. Ob diese Versicherungen sinnvoll sind, muss von Fall zu Fall entschieden werden.

Absicherung nach dem Bau

Das sicherlich schönste Gefühl eines jeden Bauherren/-frau ist es wohl, wenn das eigene Haus endlich bezugsfertig ist. Damit die Freude lange anhält, sollte man auch hier an einige Versicherungen denken. Nachfolgend werden einige Beispiele gegeben, welche Versicherungen sinnvoll sein können

Die Gebäudeversicherung zahlt im Fall von Feuer, Sturm, Hagel und Leitungswasser Schäden am Gebäude, aber nicht am beweglichen Zubehör. Auch Nebengebäude können versichert werden, müssen aber dann beim Vertragsabschluss mit berücksichtigt werden.
Hausratversicherung
Die Hausratversicherung versichert Einrichtungs-, Gebrauchs- und Verbrauchsgegenstände eines Haushaltes gegen Schäden durch Leitungswasser, Sturm & Hagel, Feuer, Einbruchdiebstahl, Raub und Vandalismus. Bei Bedarf sind auch, je nach Versicherungsunternehmen, weitere Einschlüsse möglich.
Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht
Diese Versicherung springt immer dann ein, wenn ein Dritter auf dem Grundstück zu Schaden kommt bzw. weil der Grundstückseigentümer einer Verpflichtung nicht nachgekommen ist. Typische Beispiele dafür sind der nicht genügend abgestumpfte Gehweg im Winter oder der bei Sturm herabfallende Dachstein.