Details zu unserer Wärmepumpe

Unsere Anlage

Die beheizte Grundfläche unseres Hauses beträgt ca. 260 m². Auf dieser Fläche wurde eine Fussbodenheizung verlegt, die, um der geringeren Vorlauftemperatur gerecht zu werden, entsprechend enger als bei Gasheizungen üblich verlegt wurde. Bei der verwendeten Wärmepumpe handelt es sich um eine Sole/Wasser-Wärmepumpe SWC140-I der Firma Alpha-InnoTec. Als Wärmequelle wurden 4 Tiefenbohrungen à 50m Tiefe gebohrt. Jede Tiefenbohrung enthält 2 Rohrschleifen so das wir insgesamt ca. 800m Leitung im Erdreich haben. Die Tiefenbohrungen wurden per Spülbohrung gebohrt, was zumindest hier im märkischen Boden völlig problemlos funktionierte. Die gesamte Anlage hat eine ortsansässige Fachfirma installiert. Die Inbetriebnahme erfolgte durch einen Vertreter des Herstellers. Seit nun schon mehr als 2 Jahren tut diese Anlage sehr zuverlässig ihren Dienst.

Kosten

Eines der häufigsten Argumente gegen die Erdwärme sind die höheren Kosten. Das die Kosten höher sind ist auch nicht zu leugnen, allerdings muss man diese zusätzlichen Kosten dann auch im Verhältnis zu den jährlich ersparten Betriebskosten sehen. Bei uns sind folgende Kosten angefallen:

Kosten für Tiefenbohrungenca. 6.200 €
Kosten für den Einbau der Wärmepumpeca 11.300 €
Kosten für den Einbau der Fussbodenheizungca. 6.400 €

In der Summe der Kosten ergeben sich daher 23.900 € für die Herstellung der Heizungsanlage. Aus mehreren vorliegenden Angeboten haben wir eine Differenz zwischen dem Einbau einer Wärmepumpe und dem Einbau einer Gas-Brennwerttherme von ca. 10.000 € errechnet. Diese Differenz entsteht aus den Kosten für das Herstellen der Tiefenbohrung, den zusätzlichen Kosten für das engere Verlegen der Fussbodenheizung sowie den zusätzlichen Kosten der Wärmepumpe im Vergleich zur Gastherme. Die oben angegebenen Preise stammen aus dem Jahr 2005, stimmen aber sicherlich in etwa immer noch. Die inzwischen gestiegene Mehrwertsteuer habe ich allerdings nicht eingerechnet. Aus meiner Sicht ist es auch wichtig zu sehen, dass die tatsächlich zusätzlich anfallenden Kosten in sehr langlebige Einrichtungen fliessen. Sowohl die Bohrungen als auch die Rohre der Fussbodenheizung werden (hoffentlich) sehr lange halten und sind damit Ihr Geld auch wert. Die Wärmepumpe ist etwas teurer als eine vergleichbare Gastherme und hält wahrscheinlich auch genauso lange wie die Brennwerttherme.

Betriebskosten

Als Grundlage für unsere Entscheidung für oder gegen eine Wärmepumpe haben wir uns eine Prognose für die zu erwartenden Betriebskosten erstellen lassen. Diese Prognose lautete für unser Haus:

Gastherme:1.800 €/Jahr
Wärmepumpe:700 €/Jahr

Die Differenz von 1.100 € erschien uns hoch genug, um im Laufe der Jahre die zusätzlichen Kosten für die Wärmepumpe zu amortisieren. Rechnet man die Zeit ohne Zinsen bräuchte man also etwas mehr als 9 Jahre um die zusätzlichen Kosten wieder drinnen zu haben. Geht man davon aus, dass man einen separaten Kredit aufnimmt, um die zusätzlich anfallenden Kosten für die Wärmepumpe zu bezahlen, braucht man dafür knapp 13 Jahre.

Gespannt waren wir dann darauf, wieviel uns das Heizen dann wirklich kostet. Das Ergebnis sah bisher wie folgt aus:

Zeitraum Verbrauch (KWh) Kosten
Juni 2006 - Mai 2007 4637 KWh 530,47 €
Juni 2007 - Mai 2008 5666 KWh 648,19 €
Juni 2008 - Mai 2009 5752 KWh 731,03 € (Preiserhöhung :-( )
Juni 2009 - Mai 2010 6718 KWh 1102,95 € (Preiserhöhung + harter Winter)
Juni 2010 - Mai 2011 7243 KWh 1126,20 €
Juni 2011 - Mai 2012 6579 KWh 1082,20 €
Juni 2012 - Mai 2013 6984 KWh 1367,13 €
Juni 2013 - Mai 2014 5995 KWh 1167,20 €
Juni 2014 - Mai 2015 3993 KWh 879,87 €

Damit lagen wir dann also in den ersten Jahren noch unter den prognostizierten Kosten. Allerdings waren es ja auch ziemlich milde Winter. Seit Juni 2008 haben uns dann sowohl härtere Winter sowie auch Strompreiserhöhungen getroffen. Dadurch ging es sowohl beim Verbrauch ordentlich nach oben und erst recht bei den Kosten. In der Periode "Juni 2009 - Mai 2010" könnte auch eine defekte Sole-Umwälzpumpe eine Rolle gespielt haben. Die wurde im Sommer 2010 ersetzt. Mal sehen ob das den Stromverbrauch beeinflusst. Ein wichtiger Tipp von uns ist auf jeden Fall, sich nach einem speziellen Tarif für Erdwärmepumpen zu erkundigen. Den bieten einige Anbieter an, leider nicht alle. Mir ist ein solcher Tarif für E.ON bekannt. Da zahlt man nur ungefähr die Hälfte pro KWh und das hilft bei den Abnahmemengen schon gewaltig. Im Gegenzug hat man dann meist längere Laufzeiten (in unserem Fall 5 Jahre), aber das macht man zu den Konditionen ja gern.

Förderung

Zu dem Zeitpunkt als wir gebaut haben, gab es leider keine Fördermittel für den Einbau einer Wärmepumpe. Einzige Ausnahme war ein Zuschuss unseres Energieversorgers in Höhe von 500 €, wenn wir im Gegenzug einen Vertrag über Haus- und Wärmepumpenstrom bei ihm abschliessen. Da die Konditionen für uns günstig waren, haben wir den Vertrag dort abgeschlossen und diesen Zuschuss erhalten.

Das sich aber die Fördermittel schnell verändern, lohnt es sich in jedem Falle, sich umfangreich zu informieren. Wir haben einfach bei Gemeinde und Landkreis nachgefragt. Einen guten Überblick erhält man auch unter http://www.foerderdata.de/.